Schlossgarten Schwetzingen

Apollo-Tempel

Kuppel der Apollo-Tempels

Den Übergang von dem symmetrisch- barocken Schlossgarten zur freizügigen Rokokoanlage bildet der Apollohain.

"Zurück zur Natur", hatte Jean-Jacques Rousseau gefordert, und die verwöhnte aristokratische Gesellschaft liebte neue Ideen. Am Gartenstil erkennt man deutlich die Zeit des Umbruchs zwischen Ancien Régime und der Aufklärung.

Apollo-Tempel im Winter


Von einer vertieften kleinen Terrasse, die von sechs Sphingen bewacht ist, kommt man zu einem künstlich angelegten Hügel, auf dem der Apollotempel steht. Der Felsen symbolisiert den Gipfel des Berges Helikon, den Sitz der Musen in der griechischen Sage. Und Apollo gilt als deren lieblicher Beschützer.

Um zu dem schönen Jüngling mit einer Lyra in seinem linken Arm zu gelangen, muss man erst durch eine künstlich angelegte finstere Grotte gehen, deren schmale, grob geschlagenen Gängen uns als Kinder zu abenteuerlichen Geschichten und Spielen anregten. Immerhin: Schließlich waren wir die "Schlossgarten-Bankert".

Der Rundtempel des Apollo ist ergänzt durch die Skulpturen zweier Wassernymphen, der "Najaden". Sie stützen sich auf einen großen Krug, aus dem sich Wasser in ein treppenförmiges Becken ergießt. Am Berge Helikon war nach der Legende eine Quelle durch den Hufschlag Pegasus entstanden. Wer hiervor trank, dem verliehen die Musen die Gaben der Lyrik.

Auf der anderen Seite des Tempels ist eine große Terrasse mit schmiedeeisernen Gittern, in die stilisierte goldene Sonnen eingelassen sind - Erinnerungen an den Sonnenkönig in Paris. Die Anlage um den Apollotempel wurde zu Carl Theodors Zeiten als Naturtheater genutzt - ein Zweck, das die Anlage auch heute noch gelegentlich erfüllt.

Wildromantischer Zugang zum Apollo-Tempel